Ein Ideal Customer Profile (ICP) beschreibt den Firmentyp, der am meisten von deinem Angebot hat und für dich am wertvollsten ist: Branche, Größe, Region, Entscheider, Kaufauslöser und Ausschlusskriterien. Du leitest es aus deinen besten Bestandskunden ab, nicht aus Wunschdenken. Hier steht, wie das in sechs Schritten geht und wie du daraus LinkedIn-Filter machst.
Was ist ein Ideal Customer Profile?
ICP steht für Ideal Customer Profile, auf Deutsch ideales Kundenprofil. Es beschreibt keine Person, sondern eine Firma: Welche Unternehmen kaufen bei dir, bleiben lange, empfehlen dich weiter und machen wenig Aufwand im Verkauf? Ein vollständiges ICP enthält fünf Teile:
- Firmenmerkmale: Branche, Mitarbeiterzahl, Region, Geschäftsmodell.
- Ansprechpartner: die Rollen, die entscheiden, beeinflussen oder das Produkt nutzen.
- Kaufauslöser: Ereignisse, nach denen der Bedarf entsteht, etwa Wachstum, ein neuer Standort oder ein Wechsel in der Führung.
- Ausschlusskriterien: wer trotz passender Branche nicht kauft oder nicht zu dir passt.
- Belege: welche Bestandskunden genau so aussehen.
Im Vertrieb ist das ICP der erste Schritt im Prospecting: Erst wenn klar ist, welche Firmen passen, lohnt es sich, Listen zu bauen und Menschen anzusprechen. Wie der Prozess danach weitergeht, steht in unserem Artikel Was ist Prospecting?.
ICP vs. Buyer Persona vs. Zielgruppe
Die drei Begriffe beschreiben unterschiedliche Ebenen. Wer sie vermischt, landet bei Suchen, die zu breit oder zu eng sind.
Begriff | Beschreibt | Beispielfrage | Wofür du es nutzt |
|---|---|---|---|
Zielgruppe | Einen ganzen Markt | Wer kommt grundsätzlich in Frage? | Positionierung, Marketing |
Ideal Customer Profile | Den idealen Firmentyp in diesem Markt | Welche Firmen kaufen am liebsten und bleiben? | Account-Auswahl, Suchfilter |
Buyer Persona | Eine Person in dieser Firma | Wer entscheidet, was treibt sie an? | Ansprache, Nachrichten, Inhalte |


Die Reihenfolge ist wichtig: Zuerst das ICP, dann die Personas innerhalb dieser Firmen. Eine Persona ohne ICP führt dazu, dass du die richtige Rolle in der falschen Firma anschreibst.
ICP in 6 Schritten aus Bestandskunden ableiten
1. Die besten Kunden auswählen
Nimm deine Kundenliste und markiere die zehn bis zwanzig besten. „Beste“ heißt nicht größte. Es heißt: gut bezahlt, schnell entschieden, lange geblieben, wenig Supportaufwand, bereit zur Empfehlung. Wenn du noch keine Kunden hast, nimm die Gespräche, in denen das Interesse am größten war, und kennzeichne das ICP als Hypothese.
2. Firmenmerkmale vergleichen
Schreib für jeden dieser Kunden Branche, Mitarbeiterzahl, Region und Geschäftsmodell auf. Suche die Muster. Oft zeigt sich, dass nicht die Branche verbindet, sondern etwas wie „hat einen Außendienst“ oder „wächst über neue Standorte“.
3. Entscheider und Nutzer festhalten
Wer hat unterschrieben, wer hat das Projekt angestoßen, wer nutzt das Produkt täglich? Notiere die Rollen, nicht die Namen. Diese Rollen werden später zu deinen Buyer Personas und zu Filtern in der Suche.
4. Kaufauslöser finden
Frag dich oder deine Kunden: Was ist passiert, kurz bevor ihr gekauft habt? Typische Auslöser sind Wachstum, ein neues Team, ein Wechsel in der Führung, eine Finanzierung oder ein gescheitertes Projekt mit einem anderen Anbieter. Auslöser sind wertvoll, weil sie dir sagen, wann du jemanden ansprechen solltest, nicht nur wen.
5. Ausschlusskriterien festlegen
Schau auf die Kunden, die gekündigt haben, und auf die Gespräche, die nichts wurden. Was hatten sie gemeinsam? Zu klein, zu reguliert, falsches Geschäftsmodell? Daraus entsteht dein Negativ-ICP, mehr dazu weiter unten.
6. Aufschreiben und testen
Fasse alles auf einer Seite zusammen, mit der Vorlage unten. Dann testest du das ICP: Baue eine Suche nach diesen Kriterien, sprich vier Wochen lang nur diese Firmen an und vergleiche Annahme- und Antwortquote mit deinen bisherigen Kontakten. Ein ICP ist erst gut, wenn es sich in Zahlen zeigt.
ICP-Vorlage zum Ausfüllen
Kopiere die Tabelle und fülle die rechte Spalte aus. Das Beispiel daneben ist ausgedacht und zeigt nur, wie konkret die Antworten sein sollten: ein Anbieter einer Software für Schichtplanung.
Feld | Beispiel | Dein ICP |
|---|---|---|
Branche | Pflegedienste, Kliniken, Logistik | [Branche] |
Mitarbeiterzahl | 50 bis 500 | [Spanne] |
Region | Deutschland, Österreich, Schweiz | [Region] |
Geschäftsmodell | Schichtbetrieb mit mehreren Standorten | [Merkmal] |
Entscheider | Geschäftsführung, Leitung Personal | [Rollen] |
Nutzer | Standortleitung, Teamleitung | [Rollen] |
Kaufauslöser | Neuer Standort, viele offene Stellen, Wechsel der Personalleitung | [Ereignisse] |
Ausschluss | Unter 20 Mitarbeitern, reine Bürobetriebe | [Kriterien] |
Belege | Die zehn besten Bestandskunden passen alle auf die Zeilen oben | [Kundenliste] |
Kostenlos: der ICP-Generator von CompLeadly
Wenn du schneller zu einem ersten Entwurf kommen willst, nutze unseren kostenlosen ICP-Generator. Du trägst Produkt, optional den Preis, Zielmarkt und eine Beschreibung deiner besten Kunden ein. Das Tool erzeugt daraus einen idealen Firmentyp, drei bis sechs Rollen, Kaufauslöser und Ausschlusskriterien. Die Rollen öffnest du mit einem Klick als Suche im Boolean Search Generator. Deine Eingaben werden nach deiner Einwilligung zur Erstellung an OpenAI (USA) übermittelt, deshalb gehören keine Kundennamen hinein. Der Entwurf ersetzt nicht den Abgleich mit deinen echten Kunden aus Schritt 1, er spart dir aber das leere Blatt. Tool öffnen
ICP in LinkedIn- und Sales-Navigator-Filter übersetzen
Ein ICP, das nur im Dokument steht, bringt nichts. Der nächste Schritt ist eine Suche, die genau diese Firmen und Rollen liefert. Im Sales Navigator gibt es dafür eine Account-Suche für Firmen und eine Lead-Suche für Personen. Die Filternamen in der Tabelle stammen aus der LinkedIn-Hilfe Sales Navigator lead and account search filter definitions, abgerufen am 3. Oktober 2026. Stand: Oktober 2026.
ICP-Merkmal | Sales-Navigator-Filter | Ohne Sales Navigator |
|---|---|---|
Branche | „Industry“ (Account- und Lead-Suche) | Branchenbegriffe in der Suche |
Mitarbeiterzahl | „Company headcount“ | Nicht direkt als Suchbegriff abbildbar |
Wachstum | „Company headcount growth“ (letzte 12 Monate, Account-Suche) | Nicht abbildbar |
Umsatz | „Annual revenue“ (Account-Suche) | Nicht abbildbar |
Region | „Headquarters location“ bzw. „Geography“ | Ortsangabe in der Suche |
Entscheider-Rolle | „Function“, „Current job title“, „Seniority level“ | Boolesche Suche, z. B. ("Leitung Personal" OR HR-Leitung) NOT Assistenz |
Kaufauslöser Jobwechsel | „Changed jobs“ (letzte 90 Tage) | Nicht abbildbar |
Aktiv auf LinkedIn | „Posted on LinkedIn“ (letzte 30 Tage) | Nicht abbildbar |
Firmenliste aus dem ICP | „Account lists“ in der Lead-Suche | Firmennamen per OR verknüpfen |
Persona wiederverwenden | „Persona“ (aus Funktion, Seniorität, Jobtitel, Region) | Gespeicherte Suche |


Für die normale LinkedIn-Suche gilt: Boolesche Operatoren schreibst du in Großbuchstaben (AND, OR, NOT), exakte Phrasen in Anführungszeichen, gruppiert wird nur mit runden Klammern (LinkedIn-Hilfe: Use Boolean search on LinkedIn, abgerufen am 3. Oktober 2026). Den Suchstring für deine Rollen baut dir der kostenlose Boolean Search Generator. Wie du im Sales Navigator von der Account-Liste zur Lead-Suche kommst, zeigt unsere Sales-Navigator-Anleitung.
Negativ-ICP: wen du ausschließt


Das Negativ-ICP ist die Liste der Firmen und Rollen, die du bewusst nicht ansprichst. Es ist genauso wichtig wie das ICP, weil jede Anfrage an die falsche Firma Zeit kostet und deine Quoten verwässert. Typische Einträge:
- Zu klein: Firmen, in denen dein Problem noch gar nicht auftritt.
- Falsches Modell: zum Beispiel reine Büroarbeit, wenn dein Produkt Schichtbetrieb voraussetzt.
- Bestehende Kunden und laufende Gespräche: Die gehören in eine eigene Liste, nicht in die Akquise.
- Wettbewerber und Partner: Die findest du über Jobtitel und Firmennamen.
- Falsche Rolle in der richtigen Firma: Assistenz, Praktikum, Werkstudenten, wenn sie nicht mitentscheiden.
In der Suche setzt du das Negativ-ICP mit NOT in der Booleschen Suche oder mit ausgeschlossenen Filterwerten im Sales Navigator um. In CompLeadly gibt es zusätzlich Blocklisten: Profile, die dort stehen, überspringen die Funktionen, die du dafür festlegst.
Vom ICP zum Lead: Vertrieb, Recruiting, Jobsuche
Ein Ziel-Account wird zum Lead, wenn eine Person dort Interesse zeigt. Was einen Lead ausmacht, erklärt unser Artikel Was ist ein Lead?. Mit CompLeadly, das als Desktop-App lokal auf deinem Rechner läuft, wird aus der ICP-Suche ein Ablauf:
- Vertrieb: Die Sales-Navigator-Suche oder gespeicherte Suche nach deinem ICP wird zur Zielgruppe. Darauf laufen Profilbesuch, Vernetzung mit oder ohne Notiz, erste Nachricht und Follow-ups, die bei einer Antwort stoppen. Die Annahmequote siehst du je Zielgruppe und kannst so zwei ICP-Varianten gegeneinander testen.
- Recruiting: Das Prinzip heißt hier Kandidatenprofil: welche Erfahrung, welche Firmen, welche Region. CompLeadly nutzt Suchen, Pipelines und gespeicherte Suchen aus LinkedIn Recruiter Lite als Zielgruppe. Mehr auf der Seite für Recruiter.
- Bewerber und Jobsuchende: Dreh das ICP um und beschreibe deinen idealen Arbeitgeber mit denselben Feldern: Branche, Größe, Region, Kaufauslöser wie Wachstum oder neue Standorte. Die Personensuche nach Teamleitern und Recruitern dieser Firmen wird in CompLeadly zur Zielgruppe, auch in der Gratis-Version mit Tageslimits.
Du startest mit 10 Tagen kostenlosem Test mit allen Funktionen. Danach wechselt dein Zugang automatisch in die Gratis-Version mit Basis-Funktionen und Tageslimits, zum Beispiel 2 Vernetzungsanfragen und 25 Profilbesuche pro Tag. Pakete und Preise stehen auf der Preisseite.
Wie oft du dein ICP überprüfst
Ein ICP ist eine Arbeitshypothese. Prüfe es jedes Quartal und immer dann, wenn sich etwas an deinem Angebot ändert: neuer Preis, neue Funktion, neuer Markt. Die Frage ist jedes Mal dieselbe: Sehen die Kunden, die in den letzten Monaten gekauft haben und geblieben sind, noch so aus wie in deiner Vorlage? Wenn nicht, passt du die Vorlage an und danach die Suchen.
Häufige Fragen: Ideal Customer Profile
Was bedeutet ICP im Vertrieb?
ICP steht für Ideal Customer Profile, das ideale Kundenprofil. Es beschreibt den Firmentyp, der am meisten von deinem Angebot hat: Branche, Größe, Region, Entscheider, Kaufauslöser und Ausschlusskriterien. Im Vertrieb bestimmt es, welche Firmen du überhaupt ansprichst.
Was ist der Unterschied zwischen ICP und Buyer Persona?
Das ICP beschreibt eine Firma, die Buyer Persona eine Person in dieser Firma. Zuerst legst du mit dem ICP fest, welche Unternehmen passen. Danach beschreibst du mit Personas, wer dort entscheidet und was diese Menschen antreibt.
Wie erstelle ich ein Ideal Customer Profile?
Wähle deine besten Bestandskunden aus, vergleiche ihre Firmenmerkmale, halte Entscheider und Nutzer fest, finde die Kaufauslöser, lege Ausschlusskriterien fest und schreib alles auf eine Seite. Dann testest du das ICP vier Wochen lang mit einer passenden Suche und vergleichst die Quoten.
Wie setze ich ein ICP auf LinkedIn um?
Übersetze jedes Merkmal in einen Filter. Im Sales Navigator gibt es dafür Filter wie „Industry“, „Company headcount“, „Seniority level“ und „Changed jobs“. In der normalen LinkedIn-Suche arbeitest du mit Booleschen Operatoren wie AND, OR und NOT.
Gibt es einen kostenlosen ICP-Generator?
Ja. Der ICP-Generator von CompLeadly erzeugt aus Produkt, Zielmarkt und einer Beschreibung deiner besten Kunden einen Entwurf mit Firmentyp, Rollen, Kaufauslösern und Ausschlusskriterien. Er ist kostenlos und ohne Anmeldung nutzbar.





