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LinkedIn-Strategie

Active Sourcing auf LinkedIn: Anleitung in 6 Schritten

10 Min. Lesezeit

Sebastian Andes, Philipp Krapp & CompLeadly TeamSebastian Andes, Philipp Krapp & CompLeadly Team

Zuletzt aktualisiert am

Leuchtende Lupe über abstrakten Profilkarten, eine Karte ist hervorgehoben – Symbolbild für Active Sourcing auf LinkedIn

Active Sourcing auf LinkedIn heißt: Du suchst passende Kandidat:innen selbst, statt auf Bewerbungen zu warten, und sprichst sie direkt und persönlich an. Das funktioniert in sechs Schritten: Zielprofil festlegen, gezielt suchen, Profile prüfen, eine kurze persönliche Erstnachricht schreiben, freundlich nachfassen und alles sauber festhalten. Welches LinkedIn-Produkt du dafür brauchst, hängt davon ab, wie viele Stellen du besetzt. Ein Recruiter-Abo ist dafür nicht zwingend nötig.

Dieser Leitfaden zeigt dir den Ablauf Schritt für Schritt, die Suchoperatoren, die LinkedIn offiziell unterstützt, und wie du die Ansprache skalierst, ohne in Massenversand abzurutschen. Stand: 23. September 2026. Angaben zu LinkedIn-Produkten stammen aus den jeweils verlinkten LinkedIn-Seiten.

Was ist Active Sourcing?

Active Sourcing ist die aktive Suche und Direktansprache von Menschen, die sich (noch) nicht beworben haben. Statt eine Stellenanzeige zu veröffentlichen und zu warten, gehst du auf die Personen zu, deren Werdegang zur Stelle passt. Im Gegensatz dazu steht das passive Recruiting, oft „Post and Pray“ genannt.

Merkmal

Passives Recruiting

Active Sourcing

Wer macht den ersten Schritt?

Die Bewerber:in

Du

Wen erreichst du?

Aktiv Suchende, die deine Anzeige finden

Auch Menschen, die gerade nicht suchen

Aufwand

Anzeige schalten, Bewerbungen sichten

Suchen, prüfen, anschreiben, nachfassen

Planbarkeit

hängt vom Bewerbungseingang ab

du steuerst, wie viele Menschen du ansprichst

Beides schließt sich nicht aus. Viele Teams schalten eine Anzeige und sprechen parallel gezielt an. Die Stellenanzeige ist dann das, worauf du in deiner Nachricht verweist.

Warum sich LinkedIn für Active Sourcing eignet

Auf LinkedIn steht der Werdegang meistens schon im Profil: Positionen, Stationen, Kenntnisse, Ausbildung. Du kannst also vor der ersten Nachricht prüfen, ob jemand passt. Dazu kommen Signale, die die Ansprache erleichtern, etwa die Einstellung „Open to Work“, mit der Mitglieder zeigen, dass sie offen für neue Jobs sind. Wie das funktioniert und was Recruiter:innen davon sehen, steht in unserem Beitrag zu LinkedIn Open to Work.

Der Nachteil: Begehrte Profile bekommen viele Anfragen. Wer mit einer generischen Nachricht kommt, geht unter. Active Sourcing auf LinkedIn steht und fällt deshalb mit zwei Dingen: einer sauberen Suche und einer Nachricht, die zeigt, dass du das Profil gelesen hast.

Schritt für Schritt: Active Sourcing auf LinkedIn

  1. Zielprofil festlegen. Schreib vor der Suche auf, was die Person mitbringen muss und was nur „schön wäre“. Muss-Kriterien werden Suchbegriffe, Kann-Kriterien prüfst du im Profil. Leg auch fest, was du bieten kannst: Gehaltsrahmen, Remote-Anteil, Team, Entwicklung. Das brauchst du später für die Nachricht.
  2. Gezielt suchen. Nutze die Personensuche mit Filtern wie Ort, aktuelles Unternehmen oder Branche und kombiniere Suchbegriffe mit Booleschen Operatoren (siehe nächster Abschnitt). Speichere gute Suchen, damit du neue Treffer später wiederfindest.
  3. Profile prüfen. Lies vor der Ansprache die letzten Stationen, die Beschreibung und, falls vorhanden, die Aktivität. Such nach einem konkreten Anknüpfungspunkt: ein Projekt, ein Technologiewechsel, ein Jubiläum im aktuellen Job.
  4. Persönlich ansprechen. Kurz, konkret, mit einer einfachen nächsten Frage. Mehr dazu weiter unten.
  5. Nachfassen. Eine unbeantwortete Nachricht ist oft nur untergegangen. Ein freundliches Follow-up nach einigen Tagen mit einem neuen Aspekt, etwa dem Link zur Stellenanzeige, ist üblich. Nach zwei Versuchen ohne Reaktion lässt du es.
  6. Festhalten und übergeben. Notiere, wen du wann angeschrieben hast und wer geantwortet hat, und übertrage Interessierte in dein Bewerbermanagementsystem. So schreibst du niemanden doppelt an.

Boolesche Suche auf LinkedIn

Mit Booleschen Operatoren grenzt du die Suche genauer ein als mit einfachen Stichworten. LinkedIn unterstützt laut LinkedIn-Hilfe zur Booleschen Suche diese Operatoren:

Operator

Wirkung

Beispiel

"…"

genaue Wortfolge

"Product Owner"

AND

beide Begriffe müssen vorkommen

Java AND Spring

OR

einer der Begriffe reicht

Entwickler OR Developer

NOT

Begriff ausschließen

Entwickler NOT Werkstudent

( )

Begriffe gruppieren

(Entwickler OR Developer) AND Kotlin

Zwei Hinweise aus derselben Hilfeseite: Die Operatoren schreibst du in Großbuchstaben, und Platzhalter wie das Sternchen (*) sowie die Zeichen + und - funktionieren auf LinkedIn nicht. Nimm stattdessen AND und NOT.

Ein praktisches Muster für eine Suche: ("Data Engineer" OR "Dateningenieur") AND (Python OR Scala) NOT Praktikum. Starte breit, schau dir die ersten Treffer an und schärfe dann nach.

Welches LinkedIn-Produkt brauchst du?

Für Active Sourcing gibt es bei LinkedIn mehrere Wege. Die folgenden Angaben stammen von den offiziellen Produktseiten, abgerufen am 23. September 2026:

Produkt

Suchfilter

InMails pro Monat und Lizenz

Preis laut LinkedIn

Recruiter Lite

mehr als 20

30

nicht öffentlich genannt

Recruiter

über 40 erweiterte

bis zu 150

nicht öffentlich genannt, Angebot über den Vertrieb

Sales Navigator Core

mehr als 50 erweiterte

50

ab 120,99 EUR pro Monat und Lizenz

Quellen: Recruiter Lite, Recruiter, Sales Navigator – Tarife. Recruiter Lite erreicht laut LinkedIn Kontakte bis zum 3. Grad und richtet sich an Organisationen, die nur wenige Menschen pro Jahr einstellen. Die Unterschiede zwischen Recruiter Lite und Recruiter haben wir in LinkedIn Recruiter Kosten: Lite oder Recruiter? ausführlich aufgeschlüsselt.

Für den Einstieg reicht oft auch das normale LinkedIn-Konto: Du suchst über die Personensuche, sendest eine Vernetzungsanfrage und schreibst nach der Annahme. Ob du die Anfrage mit oder ohne Notiz schickst, besprechen wir in Vernetzen mit oder ohne Nachricht.

Die erste Nachricht: kurz, konkret, persönlich

Die erste Nachricht entscheidet, ob ein Gespräch entsteht. Halte dich an diese Regeln:

  • Ein echter Bezug zum Profil. Nenne etwas, das nur auf diese Person zutrifft, nicht „Ihr Profil hat mich beeindruckt“.
  • Die Stelle in einem Satz. Rolle, Team, was daran besonders ist. Details kommen im Gespräch.
  • Transparenz. Sag, wer du bist, für wen du suchst und woher du die Person kennst (aus ihrem LinkedIn-Profil).
  • Eine kleine Frage am Ende. „Wäre das grundsätzlich interessant?“ ist leichter zu beantworten als eine Terminanfrage über 45 Minuten.
  • Die passende Anrede. Auf LinkedIn wird oft geduzt, aber nicht überall. Orientiere dich am Profil und an der Branche.

Ein Beispiel für eine Erstnachricht nach der Vernetzung:

Hallo Jana, danke fürs Vernetzen. Dein Wechsel von der Datenanalyse ins Data Engineering bei deinem aktuellen Arbeitgeber hat mich neugierig gemacht. Wir suchen für ein zwölfköpfiges Plattform-Team in Leipzig eine Senior Data Engineer, remote bis zu drei Tage pro Woche. Wäre das grundsätzlich ein Thema für dich? Wenn nicht, auch völlig okay.

Weitere Ideen, wie du die Antwortquote von InMails hebst, findest du in unserem Beitrag zu LinkedIn-InMails und Antwortquoten.

Active Sourcing skalieren, ohne zu spammen

Wer mehrere Stellen gleichzeitig besetzt, stößt beim manuellen Suchen und Anschreiben schnell an Grenzen. Dann lohnt sich ein Werkzeug wie CompLeadly: Die Desktop-App übernimmt die wiederkehrenden Schritte, Auswahl und Text bleiben bei dir. Das steckt konkret drin:

  • Zielgruppen aus deinen Suchen. Du legst Zielgruppen aus der normalen LinkedIn-Personensuche, aus Sales Navigator oder, wenn du Recruiter Lite nutzt, aus Recruiter-Lite-Suchen, -Pipelines und gespeicherten Suchen an.
  • Sequenzen statt Einzelklicks. Profil besuchen, vernetzen, nach der Annahme eine erste Nachricht senden, später nachfassen: Diese Schritte laufen als Ablauf. Ein Follow-up geht erst raus, wenn deine Nachricht so viele Tage unbeantwortet ist, wie du festlegst.
  • Personalisierte Texte. Platzhalter personalisieren jede Nachricht, mit Live-Vorschau je Schritt. Ab Premium Plus erkennt die KI außerdem aus dem bisherigen Chatverlauf, ob Du oder Sie passt, und optimiert Texte.
  • Nachvollziehbares Überspringen. Wenn ein Profil übersprungen wird, etwa weil ihr schon vernetzt seid, steckt dahinter eine von über 260 dokumentierten Prüfungen. Die laufen in jedem Tarif; die Tabelle der übersprungenen Profile mit dem Grund je Profil gibt es ab Premium.
  • Läuft auf deinem Rechner. Die Automatisierung läuft lokal in der Desktop-App und nutzt die Internetverbindung deines Rechners. Optional gibt es einen eigenen Cloud-Rechner.

Für Active Sourcing mit Automatisierung gilt: wenige, gut ausgewählte Profile und Texte, die wirklich zum Profil passen, statt Masse.

Nach dem 10-tägigen Test mit allen Funktionen kannst du CompLeadly kostenlos weiter nutzen, dann mit den Basis-Funktionen mit Tageslimit, z. B. 2 Vernetzungsanfragen, 1 Opener und 1 Follow-up pro Tag. Die Schritte startest du dort einzeln; ganze Workflows und Zeitpläne gibt es ab Basic. Die bezahlten Tarife findest du auf der Preisseite, Beispiele aus dem Recruiting-Alltag auf der Seite CompLeadly für Recruiter:innen.

Active Sourcing umgedreht: Vertrieb und Jobsuche

Active Sourcing ist Direktansprache, und die funktioniert mit Kund:innen und Arbeitgebern genauso. Im Vertrieb legst du die Zielgruppe aus Geschäftsführer:innen oder Einkäufer:innen deiner Zielbranche an, per Personensuche oder mit eigener Lizenz aus Sales Navigator, und CompLeadly fährt dieselbe Sequenz aus Profilbesuch, Vernetzungsanfrage, erster Nachricht und Follow-up (CompLeadly für Vertriebsteams). Wer einen Job sucht, sourct in die Gegenrichtung: Filtere die Personensuche auf Hiring Manager und Recruiter:innen deiner Wunscharbeitgeber und schreib sie direkt an, statt auf die nächste Stellenanzeige zu warten. In der kostenlosen Version startest du diese Basis-Funktionen mit Tageslimit einzeln, die ganze Sequenz als Workflow läuft ab Basic. Typische Fehler dabei zeigt 10 häufige LinkedIn-Fehler bei der Jobsuche.

Datenschutz: Was du bei der Direktansprache beachtest

Kandidat:innen, die du direkt ansprichst, haben dir ihre Daten nicht selbst gegeben. Drei Gewohnheiten machen deine Ansprache deshalb sauber und professionell:

  • Beruflicher Bezug. Sprich nur Menschen an, deren Profil zur offenen Stelle passt, und nenn diesen Bezug in der ersten Nachricht.
  • Datenschutzhinweise verlinken. Verlinke in deiner ersten Nachricht deine Datenschutzinformation für Bewerber:innen. Dort steht, wer du bist, was du mit den Daten machst und woher du sie hast.
  • Datensparsamkeit. Speichere nur, was du für die Besetzung brauchst, und lösche Kontakte, die kein Interesse haben, nach einer festgelegten Frist.

Welche Kennzahlen du im Blick behältst

Wie viele Menschen du anschreibst, sagt wenig. Miss, was daraus wird:

  • Annahmequote der Vernetzungsanfragen: Stimmt die Zielgruppe?
  • Antwortquote auf die erste Nachricht: Trifft der Text?
  • Gesprächsquote: Wie viele Antworten führen zu einem Telefonat?
  • Zeit bis zur Antwort von deiner Seite: Wer interessiert antwortet, will nicht drei Tage warten.

Niedrige Annahmequote: Arbeite an der Suche. Niedrige Antwortquote: Arbeite am Text.

Häufige Fragen zu Active Sourcing auf LinkedIn

Brauche ich LinkedIn Recruiter für Active Sourcing?

Nein. Du kannst mit dem normalen LinkedIn-Konto über die Personensuche suchen, dich vernetzen und nach der Annahme schreiben. Recruiter Lite oder Recruiter lohnen sich, wenn du regelmäßig einstellst und mehr Filter, InMails und eine vom Privatprofil getrennte Arbeitsumgebung brauchst.

Wie viele InMails bekomme ich mit Recruiter Lite?

Laut LinkedIn 30 pro Lizenz und Monat. LinkedIn Recruiter nennt bis zu 150 InMails pro Monat und Lizenz. Stand: 23. September 2026.

Welche Suchoperatoren funktionieren auf LinkedIn?

Anführungszeichen für genaue Wortfolgen, AND, OR und NOT in Großbuchstaben sowie Klammern zum Gruppieren. Platzhalter wie * sowie + und - unterstützt LinkedIn nicht.

Muss ich Kandidat:innen über den Datenschutz informieren?

Ja, am besten gleich in der ersten Nachricht: Verlinke dort deine Datenschutzinformation für Bewerber:innen.

Worauf achte ich, wenn ich Active Sourcing automatisiere?

Schreib jede Nachricht so, dass sie zum Profil der Person passt. Das Tempo regelt CompLeadly für dich.


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Sebastian Andes
Sebastian Andes

Geschäftsführer · CEO

Marketing-Coach & Unternehmensberater. Als erfahrener Unternehmer und Marketingstratege baut er CompLeadly seit 2019 mit auf.

Philipp Krapp
Philipp Krapp

Geschäftsführer · CTO

Software-Ingenieur & App-Entwickler. Als innovativer Softwareentwickler baut er CompLeadly seit 2019 mit auf.

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